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#16 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Moni Ge. 14.04.2012 18:44

Also, ich war heute richtig mutig. Raus in den Tagebau, Schleppleine weg und ab dafür. Ich bin total beeindruckt, alles hat super geklappt. Luna ist nicht weggelaufen, hatte mich immer im Auge und hat den Richrungswechsel super mitgemacht. Sie kam mir sogar hinterher als Diego in einer Baumschule unterwegs war.

Jetzt muss man mal abwarten, ob das nur eine Eintagsfliege war, oder ob das die Tendenz ist.

#17 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von erdnuckel 15.04.2012 11:40

Hallo an alle,

das mit dem Richtungswechsel und em Folgen des Hundes kann mitunter zäh sein
Hunde sind schlauer als wir glauben und sie testen zuerst einmal aus, ob wir es auch ernst meinen - das hat viel mit Autentität/ Glaubwürdigkeit zu tun. Ein Hund, der es gewohnt ist, dass sein Mensch gefühlte 100x hinter ihm heruft und schlussendlich auch noch hinter ihm herläuft wird den Richtungswechsel nicht spontan und ohne zu hinterfragen akzeptieren! Dazu müsste der Hund schon reichlich blöd sein.
Die meisten Hunde aber sind schlauer als uns lien ist....mit dummen Hunden lebt es sich leichter.

Wer zwei oder mehr Hunde hat sollte den stursten der Vierbeiner vorrübergehend mit einer Schleppleine "beglücken". Sinn dieser beschriebenen Übung ist nicht, dass der sture Hund den anderen Hunden folgt, er soll dem Menschen folgen. Manchmal muss seinem und dem Glück des Hundes etwas auf die Sprünge helfen....Schleppleinen sind da eine tolle Erfindung
Man muss die langen Leinen nicht dauerhaft in der Hand halten, es ist ausreichend nach dem Ende zu greifen sobald man die Laufrichtung ändern möchte...getreu dem Motto: "Sicher ist sicher!".

In erster Instanz muss erst einmal ich als Mensch überzeugt sein vom dem was ich da tue, in zweiter Instanz muss meinem Hund klar werden, dass ich es wirklich ernst meine...und das kann durchaus etwas dauern. In dritter Instanz muss der Hund lernen, dass dieser Richtungswechsel überall gilt und und in vierter Instanz dass es generell gilt.....ein weiter Weg.
Der Weg kann vier Wochen dauern, es kann aber auch locker die dopelte Zeit brauchen.

Uns Menschen hilft es oft, wenn wir mit dem Gedanken "Der Weg ist das Ziel" zu Werke gehen.....in diesem Sinne einen schönen Sonntag, nette Grüße Bille

#18 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Mel13 15.04.2012 11:55

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Jetzt mal zum Thema Schleppleine. Wenn die z.B. 10m lang ist, ist ja irgendwann mal Schluss. Wenn der Hund dann innerhalb dieser 10m mir nicht folgt was dann ? Stehenbleiben und abwarten und dann neuen Versuch starten ? Kann mir das nicht so richtig vorstellen. Wenn der Hund neu oder sehr aktiv ist, behalte ich die Leine doch erstmal in der Hand und lasse sie nicht schleifen, oder?

#19 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Bine 15.04.2012 12:16

Duffy ist eh an der Schleppleine. Habe diese aber gestern schleifen lassen um eben die Richtungswechsel auszuprobieren. Denn wenn ich sie festgehalten hätte, hätte ich den Hund ja bei jedem Richtungsewechsel hinter mir her gezogen. Und das ist doch auch nicht im Sinne des Erfinders, oder? Wenn ich gucken will wie der Hund reagiert kann ich ihn ja nicht "zwingen", dann weiß ich ja immernoch nicht ob er mir freiwillig folgen würde und sich an mir orientiert.

#20 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Moni Ge. 15.04.2012 12:38

@Mel: Ich weiß nicht, ob ich mich mit meiner Erziehungsmethode jetzt hier in die Nesseln setze, oder nicht. Aber ich trainiere jetzt den 3. Hund an der Schleppleine und mache das so, dass ich sie am Anfang in der Hand halte und den Hund daran laufen lasse und den Entfernungsradius bestimme. In unserem Fall ist es eine 10m Leine. Kurz bevor das Ende erreicht ist, gebe ich das gewünschte Kommando, in unserem Fall ist das immer "steh" oder "komm" Je nach dem was ich bezwecke. Am Anfang weiß der Hund nicht was ich will und ich wiederhole am Ende der Leine das Kommando "steh" mit einem Ruck an der Leine und bei "komm" ziehe ich ihn langsam zu mir her, funktioniert das, gibt es entweder ein Lecker oder einen Freudentanz oder ein kurzes Ballspiel, je nach dem was der Hund bevorzugt.
Wichtig ist, dass die Schleppleine nie als Führleine genutzt wird und nie auf Spannung ist. Der Hund kapiert das relativ schnell und ragiert auch relativ schnell, wenn man die Leine in der Hand hat. Wenn er dann weiß was ich will, lasse ich die Leine auf dem Boden hinter ihm herschleifen. Dann darf sich auch der Aktionradius erhöhen. Ich übe wieder die Kommandod "steh" oder "komm". Wenn der Hund darauf nicht reagiert, trete ich unmittelbar auf das Ende der Leine, sodass ich den Ruck mit dem Fuß auslöse. Der ist in der Regel heftiger als der mit der Hand, zumal der Hund in Aktion ist. Ich habe dies bisher bei keinem Hund mehr als 2-3x mal tun müssen.
Dies kombiniert mit dem Richtungswechsel (den durchzuhalten ist wirklich schwierig, weil es uns massiv wiederstrebt, vom Hund wegzugehen ohne sich dauernd umzudrehen und den Hund zu rufen) führt in relativ kurzer Zeit zu tollen Erfolgen.

Liebe Grüße

Monica

#21 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von silli 15.04.2012 18:13

Hey Bille,

wir machen auf dem Hundeplatz auch ständig diese "leise"-Übungen. Kommandos ohne Sprache! Faszinierend, wie gut die Hunde hören, ohne das auch nur ein Wort unsere Lippen verläßt. Und eins ist klar: es fällt dem Menschen schwer und nicht dem Hund!

Bin auch mal gespannt, was mit Tipo geschieht. Er ist ja auch "auf und davon", wenn Frauchen nicht aufpaßt.

In diesem Sinne freue ich mich aufs Üben und berichten.

Einen schönen Sonntag noch an alle!

#22 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von erdnuckel 17.04.2012 07:44

Guten Morgen an alle,

ich bin begeistert wie engagiert Ihr alle seid! Klasse

Ich möchte nochmal etwas zu dem Unterschied zwischen klassischem Kommando und mentaler Führung sagen; das gerät hier durcheinander.

Klassische Kommandos wie wir verwenden, ob nun gesprochene Worte, geflüsterte oder Handzeichen sind konditionierte Kommandos, die der Hund gelernt hat. Wir Menschen haben eine bestimmte Handlung des Hundes mit einem Wort "belegt" und der Hund führt (oder sollte das zumindest).
Mentale Führung ist etwas anderes; da geht es um dynamische situative Reaktionen des Hundes, die sich ausnahmslos an dem Menschen orientieren. Bei der mentalen Führung verwendet man keine Kommandos im klassischen Sinne, der Hund reagiert sozusagen aus der Situation heraus.

Zwei Beispiele um den Unterschied klarer zu machen:


Hund und Mensch laufen auf einem Feldweg, ein zweiter Weg kreuzt und ein Radfahrer kommt entgegen.

Dominante Führung/ klassische Kommandos:

Der und bekommt gesagt, dass er stehen bleiben soll, sich hinlegen soll oder warten soll und tut das

Mentale Führung:

Der Hund bemerkt dass ich stehen bleibe und tut dies ebenfalls um zu sehen warum ich stehen bleibe. Nach einem kurzen Moment nähert sich der Hund mir, es muss ja einen Grund geben warum ich so lange stehen bleibe.

Zweites Beispiel:

Hund und Mensch laufen an der Leine, ein zweiter Hund nähert sich uns, der eigene Hund wird unruhig und beginnt zu brummen/ leise knurren.

Dominante Führung/ klassische Kommandos:

Wir verkürzen die Leine, sagen dem Hund er soll sich setzen oder legen und warten. Der Hund vor/ neben/ schräg hinter uns.


Mentale Führung:

Der Hund bemerkt den entgegen kommenden Hund, bemerkt das wir stehen bleiben und stellt sich genau hinter uns. Er überläßt uns die Sicherung und sucht Schutz hinter uns. Das tut er von alleine.

Der größte Unterschied zwischen den beiden Arten einen Hund zu führen ist dass bei der mentalen Führung nicht direkt auf den Hund eingewirkt wird, der Hund macht die Lernerfahrung, dass es lohnend und hilfreich ist, sich an mir zu orientieren und im Zweifel mir den Vortritt zu lassen.

Auch ich verwende klassische Kommandos, die erleichtern die Kommunikation zwischen meinem Hund und mir enorm. Das größte Gewicht jedoch lege ich auf die mentale Führung. Die Hunde lernen sich an meiner Entscheidung Flucht/ Angriff oder neutrales Verhalten zu orientieren und lernen, dass es nicht lohnenswert ist, diese Entscheidung zu hinterfragen. Beschließe ich, dass ein fremde Hund ignoriert wird und laufe einfach an ihm vorbei lernen meine Hund das ebenfalls zu tun. Brummen sie den Fremden an, stellen sie meine Entscheidung in Frage und müssen mit einem Rüffler meinerseits rechnen. Meist reicht ein energischer Schritt auf den Hund zu um ihn daran zu erinnern, dass meine Entscheidung gültig ist.

Hunde werden seit Menschengedenken klassisch konditioniert und das ist gut, denn damit die Kommunikation zwischen zwei so unterschiedlichen Spezien klappt sind "Schlüsselwörter" (Kommandos) sehr hilfreich. Wichtig finde ich persönlich aber dass meine Hund meine Entscheidungen akzeptieren und einhalten. Ich beschließe wir jage das Reh auf der Wiese nicht...meine Hunde dürfen das Reh anschauen und sich denken wie blöd ich doch bin, sie dürfen aber nicht probehalber los laufen. Damit würden sie meine Entscheidung jetzt nicht zu jagen in Fragen stellen und meinen Rang unterlaufen...Meuterei! Darauf kann ich nur in zwei Arten reagieren; Ausschluss vom Rudel (Ich bin der Chef, wer meutert geht!) oder aber mit Flucht...ich will nicht jagen, ich bin der Boss und ihr folgt mir gefälligst!

Monicas Beschreibungen mit der Schleppleine sind völlig richtig. Auch die Beschreibungen von leisen Kommandos sind richtig, es sind aber klassische konditionierte Kommandos. Das ist nicht schlecht, e ist ein weiter Weg dahin...aber es sagt (leider) nichts über den Rang und damit die mentale Überlegenheit des Hundehalters aus.

Nette Grüße Bille

#23 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Mel13 17.04.2012 11:11

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@erdnuckel
Also habe ich bei Pepe die Chance und Herausforderung zugleich, ihn ohne "grosse" Worte ins Rudel einzugliedern und mich als Rudelfuehrerin zu präsentieren. Er kommt neu zu uns, hat sein altes Tierheimrudel verloren und sucht nun Orientierung und Anschluss an unser Rudel. Also erstmal gar nicht den Schwerpunkt auf "Sitz, Platz, etc." legen sondern auf die Fuehrung ohne Worte und Bindung. Ich muss mich interessant machen, voraus denken und lernen seine Signale zu deuten. Ist das spannend!

#24 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von erdnuckel 17.04.2012 14:06

Hallo

ich zitiere Mel mal:

"...sondern auf die Fuehrung ohne Worte und Bindung..."

Großes Missverständnis!!!

Führen ohne menschliche Worte ja....aber das hilft eine Bindung auzubauen! Führen ohne Bindung geht nicht.....so blöd kann ein Hund gar nicht sein, einem Menschen hinterher zu laufen ohne Aussicht auf Erfolge...und wenn erauf etwas Fressbares hofft wie tausende Straßenhudne es tun. Aber kein Hund rennt aus Langeweile einem Menschen hinterher.

Ansonsten gebe ich Dir recht, es ist spannend zu sehen wie sich ein Hund auf das Wesentliche konzetriert wenn unser "Gequatsche" fehlt.
Nette Grüße Bille

#25 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Mel13 17.04.2012 15:46

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Sorry, da habe ich mich verschrieben bzw. unverständlich ausgedrückt. Klar braucht man eine Bindung aber kein grosses Gequatsche. Ich glaube, ich habe das aber verstanden. Soweit die Theorie. Die Umsetzung in die Praxis ist bestimmt schwieriger. Wir werden sehen....

#26 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Silke 18.04.2012 17:09

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@ Bille

Wie mache ich das geschickter Weise bei mehreren Hunden? Als ich nur Pepper hatte, waren stundenlange Spaziergänge ohne ein Wort möglich, ich blieb stehen, sie blieb stehen, ich fand den Hund ok, sie auch. Mit Anakin wurde es dann schon mehr Gequatsche, und er war ja auch so ängstlich und hat uns Menschen so gar nicht vertraut. Und nun mit April noch dabei erwische ich mich bei regelrechten Kommando-Arien. Obwohl ich weiss, dass das blöd ist, aber ich hab mich da oft selbst nicht mehr im Griff...

Aber immerhin die Tage tapfer ein Gassi lang den Mund gehalten und versucht, dies auch bei Fremdhundekontakt durchzuhalten. Gar nicht einfach, bei einer solchen Gibftspritze, wie April es im Moment ist... Aber es hat funktioniert. In Gebieten, wo ich viel auf andere Hunde treffe oder Gefahren wie Autos etc dabei sind, würde ich mich das nur einfach nicht trauen...

Bin für Tips dankbar!

Silke

#27 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Viva 03.05.2012 05:08

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Hallo Bille,
bin eben erst auf deinen Beitrag gestroßen und ich freue mich wie gut du es erklärst und anbietest es auch noch 1000 mal erklären magst.
Dürfte ich mir was wünschen, würd ich die Zeit zurück drehen und von Anfang an ruhiger und bestimmter sein.
Hat vielleicht auch was mit der heutigen Lebenssituation und Eefahrung zu tun. ( bin nicht mehr berufstätig und deutlich ruhiger geworden )
Vor fünf Jahren hab ich Sparky als Welpe, 9 Wochen bekommen.
Hundeschule besucht, aber war viel zu nervös, was sich nach meinem heutigen Wissen nartürlich auf den Hund übertrug.
Hätte mir viel nervenzerreisende Zeit sparen können wenn ich das alles ruhiger angegangen wäre.
Viva (auch mit 9 Wochen bekommen)ist ein sehr ängstlicher Hund gewesen, hat sich schon gebessert, aber es gibt da noch einige Baustellen.
Wir arbeiten aber dran.
Mit Copa (bekamm sie mit einem Jahr)hatte ich Glück, sie hat wahrscheinlich früher schon eine Erziehung genossen.
Sie orientiert sich zwar oft an mir und dem Rudel, aber da muss auch eindeutig noch Arbeit geleistet werden.
Vor allem wenn es Richtung Wasser geht macht die Gehirnklappe zu. Buddeln ist angesagt und es ist gefährlich, da sie nicht schwimmen kann.
Schlagt mich bitte nicht, bei ihr lehne ich Schleppleine ab, da ihr der rechte Vorderlauf fehlt.
Vielleicht hast du einen Tip für mich, was ich da tun kann.

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