#1 Dezember 2016 - Reisebericht Kurztrip nach Sevilla von Tanja aus Bayern 12.12.2016 23:03

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2 Nächte - 3 Tage - viele Bodegueros

Als sich die Flugpatensuche mit Beginn des Winterhalbjahres, auch dank der wackeligen finanziellen Situation bei tuifly und dem bevorzugten Transport von Golfgepäck (anstatt Tiere) im Frachtraum der condor Flieger zunehmend schwierig bis schliesslich unmöglich gestaltete, entstand die Idee (zumindest für Hunde, die im Süden Deutschlands eine Chance bekommen sollten) selbst nach Andalusien zu fliegen...
Dank TRANSAVIA steht Reisenden von München aus eine ausserordentlich tierfreundliche airline zur Verfügung, die für kleines Geld nach Sevilla fliegt und Tiere sowohl im Frachtraum als auch in der Kabine transportiert.

Kurzum: Corinna und ich buchten einen Kurztrip nach Sevilla, für den Rückflug noch für 2 Hunde im Frachtraum und 2 Katzen in der Kabine. Auf dem Plan fürs lange Wochenende: ein paar Partnertierheime besuchen, Hunde kennen lernen, Weihnachtswichtel übergeben, Kontakte pflegen und Fotos/Hundebeurteilungen mit heim bringen...

Abflug in München


Kurze Zusammenfassung: es war GENIAL

Tag 1 (Freitag)
Ankunft Freitag Mittag bei 22 Grad und blauem Himmel in Sevilla, Mietwagen übernommen, nach kurzem Halt am Supermarkt (obligatorisch Bier, Oliven, Schinken, Brot einkaufen) noch schnell einen "Willkommenskaffee" im Örtchen trinken. Wir sitzen, ein junger Mann vom Nachbartisch kommt zu uns, fragt, ob wir "Bodeguero in Not" sind (meiner Jacke sei dank). Es folgen 30 informative Minuten Gespräch mit einem auch bei Ayandena tätigen TA, der die meisten unserer Schützlinge betreut hat (Aturo, Xabi, Gilbert etc) Ein wertvoller Kontakt für BiN!

obligatorischer Einkauf an Tag 1:


Anschliessend geht es zu Ayandena, nicht ohne 2 wunderschöne Bodegueros unterwegs am Wegesrand, später werden wir ihnen Futter hinlegen.... Bei Ayandena wollen wir eigentlich nur Nikita abholen (sie übersiedelt bis zu ihrer Ausreise in die Hundepension edukanine in Rota - sowieso unser Ziel für heute abend, daher bekommt Nikita eine Mitfahrgelegenheit bei uns) und einen Blick auf die vorhandenen Bodegueros werfen. Wie so oft bei Ayandena ist eine neue Helferin "im Dienst", Kommunikation und Kooperation gestaltet sich holprig, ein wenig traurig verlassen wir das Refugio und machen uns mit Nikita (illegal auf dem Schoß von Corinna - nein, die angebotene Box wollten wir NICHT im Auto haben....) auf den Weg gen Süden. Nach einigen Minuten wird uns klar, Nikita hat Durst - großen Durst... wir haben zwar Wasser, aber kein geeignetes Gefäß an Bord. Daher erwerben wir an einer Tankstelle eine passende Porzellanschüssel und können das Hündchen nun mit Wasser versorgen. Die Fahrt verläuft problemlos und nachdem wir noch schnell in unserer Unterkunft für die erste Nacht einchecken (20 m vom Meer entfernt) gehts weiter zur Hundepension edukanine. Im Dunklen nocht so einfach zu finden, aber nach kurzem klärenden Telefonat öffnet sich ein Tor und wir sind richtig....
Nikita geben wir ab, es ist bereits halb neun abends und wir fühlen uns nicht recht willkommen, daher ist es nur ein kurzer Kontakt am Tor, bevor wir uns in der Nähe nach einer Gelegenheit zum Abendessen umsehen.
Einige Tapas, Rotwein und Biere später fallen wir nach dem ersten, ereignisreichen Tag müde in unsere Betten

Abendessen am ersten Tag


Unsere Unterkunft in Rota:


Tag 2 (Samstag)
Der erste Weg führt uns in den Morgenstunden an den nahen Strand, anschliessend im Ort zu einem feinen und großzügigen Frühstück.




Gut gelaunt und gut gestärkt machen wir uns zunächst auf zu Siempre Contigo Rota, nur wenige Minuten von unserer Unterkunft entfernt.
Wie immer werden wir freundlich und geduldig empfangen, dürfen filmen und fotografieren und Fragen stellen, während im Hintergrund fleissig geputzt, gefüttert und auch geknudddelt wird! Immer wieder schön zu sehen, wie in diesem Tierheim gearbeitet wird - das verdient größte Anerkennung! Nach ausgiebigem Beschmusen der zahlreichen Welpen und einigen Bildern machen wir uns dann auf den (weiten) Weg nach Lucena, wo wir Apama und (vor allem) Lolo auf seiner Pflegestelle besuchen wollen.
Nach wunderbaren 260 km durch die andalusische Landschaft (wiederum 20 Grad und blauer Himmel) erreichen wir Apama und werden von Ara ganz herzlich willkommen geheissen. Wir lernen die Hunde auf der Anlage kurz kennen, auch das Katzengehege und anschliessend sitzen wir gemütlich mit Ara und einer ihrer besten Pflegefamilien (Loli und Mann) auf der großen Terasse zusammen und werden mit andalusischen Spezialitäten verwöhnt - unglaublich toll!



Nach dem abschliessenden Kaffee machen wir uns zusammen mit Loli auf, die Pflegestelle des verletzten, operierten Bodeguero Rüden "Lolo" zu besuchen. Dazu muss ich vorher das Auto in eine Tiefgarage parken, in die ich hinein und hinaus nur "zufällig" erfolgreich komme, das sind Erfahrungen, die man in Spanien einfach mal nachen muss..... ;-) Nach kurzem Fussmarsch erreichen wir eine wunderschöne Wohnung einer "besseren Familie" und werden wiederum ganz herzlich und offen empfangen! Lolos Pflegeeltern besitzen bereits einen Hund aus dem Tierschutz und sind ausserordentlich liebevolle, vernünftige und weitsichtige Menschen - besser hätte es der schwer verletzte Lolo nicht treffen können. Er wird hier auf Händen getragen und bekommt alle Möglichkeiten, sich komplett zu erholen - wir sind sehr, sehr dankbar für den liebevollen Einsatz dieser spansichen Familie und versuchen, das auch so zu übermitteln!

Lolos Pflegeherrchen


Nach diesen wirklich beeindruckenden Erlebnissen suchen wir noch schnell einen Großmarkt auf, um uns mit dem Kauf von Hundefutter für Refugio und Pflegestelle ein klein wenig erkenntlich zu zeigen für das überdurchschnittliche Engagement!

Inzwischen ist es Abend und wir suchen unsere Unterkunft für diese Nacht - wir finden sie 4 km ausserhalb von Lucena auf einem Berg, traumhaft gelegen, traumhaft ausgestattet (es gibt eine funktionierende Heizung!!) und leider auch traumhaft besucht von einheimischen Gaststättenbesuchern.... Zunächst ist an Schlaf daher nicht zu denken, aber wir haben dennoch viel Spass und irgendwann kehrt auch Ruhe ein.

Tag 3 (Sonntag)
Nach kurzem Genuss der Aussicht:


und einem schnellen Frühstück füttern wir das Navi erneut mit der Adresse von Ayandena, heute wollen wir dort Fotos von den Bodegueros machen, Sonntags sind in der Regel ausreichend Helfer in den Tierheimen, wir haben also Hoffnung. Und so ist es dann auch, wir werden freundich empfangen und nach kurzer "Abtastphase" bekommen wir freundlich Auskunft und die Hunde einzeln in den Auslauf gebracht. Wir tauschen unsere kleinen Wichtelgeschenke und sind sehr beeindruckt: Ayandena hat "Partnertassen" machen lassen, mit den Bodegeros des letzten Jahres, unserem und ihrem Logo! Wir freuen uns sehr!
Am frühen Nachmittag wollen wir eine weitere Pflegestelle besuchen (sie arbeitet mit EBA zusammen) - ein wenig schwierig zu finden (wie so vieles in Andalusien), daher werden wir von der Familie an der Autobahnabfahrt abgeholt und "eskortiert".... Beeindruckt erreichen wir schliessich das Cortijo, das Rosi und ihr Mann als Verwalter betreuen und wo sie auch wohnen. Nach einem ausführlichen Rundgang und der genauen Vorstellung der vorhandenen Hunde (unter anderen Magnum, der uns nach München begleiten wird) sitzen wir ein weiteres mal unter blauem Himmel auf einer andalusischen Terasse und haben einen Tisch voller Köstlichkeiten vor uns!
Die spanische Gastfreundschaft und Großzügigkeit sucht wirklich seinesgleichen!

Das Anwesen:


Das Essen:


Viel zu früh geht dieser wunderbare Nachmittag mit tollen Gesprächen dann zu Ende und wir müssen uns sputen, rechtzeitig den Flughafen zu erreichen....

Dort treffen wir uns mit den Tieren, die uns begleiten werden. Auch hier wieder ein großes Kompliment an transavia und seine Mitarbeiter, tierfreundlicher geht es nicht! Danke!

Pünkltich und ohne Zwischenfälle erreichen wir kurz vor Mitternacht unsere Heimat, verfrachten uns und die Tiere müde ins vorgeheizte Auto und übergeben noch Magnum und die Katzen an ihre Pflegestellen in München.
Um 1 Uhr sind wir mit Annika zu Hause, um 2 Uhr im Bett....

2 Nächte, 3 Tage, viele Kilometer und unendlich tolle Erfahrungen liegen hinter uns

Wiederholung erwünscht und geplant ;-)

#2 RE: Kurztrip nach Sevilla - Dezember 2016 - ein Reisebericht von Tricolorteam2016 13.12.2016 00:03

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Danke Tanja....

#3 RE: Kurztrip nach Sevilla - Dezember 2016 - ein Reisebericht von Sonya 13.12.2016 09:54

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was man alles in nur 3 Tage machen (und essen) kann!

#4 RE: Kurztrip nach Sevilla - Dezember 2016 - ein Reisebericht von RBAMaster 13.12.2016 10:24

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... essen aber auch

Sie habe aber auch ein paar Fotos unterschalgen ... die mit den Churros (Spritzgebäck, dass man u.a. zum Frühstück essen kann)

Sonya und ich wurden jeden Tag nicht nur damit gequält sondern mit Fotos von strahlend blauen Himmel und Temperaturanzeigen von
22 °C während hier alles grau und grau ist

#5 RE: Kurztrip nach Sevilla - Dezember 2016 - ein Reisebericht von Tanja aus Bayern 13.12.2016 10:46

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Auch mehr als 22 grad ;-)

Zum Tema :
Erstmals mussten wir vor dem Heimflug übrigens Bier verschenken, weil wir es nicht mit heim nehmen konnten....

#6 RE: Kurztrip nach Sevilla - Dezember 2016 - ein Reisebericht von scotti 13.12.2016 13:55

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Tanja hat es genau richtig getroffen, es war genial!

Toller Bericht, es spiegelt genau alles wieder…. was wir erlebt haben und welche Eindrücke wir gewonnen haben.

Von traurigen, besorgten, angenehmen, fröhlichen bis zu glücklichen Gefühlen haben wir alles erlebt.

Wir sind fast.. überall herzlich und mit sehr viel Bemühungen empfangen worden, konnten einiges klären und bekamen neue Impressionen .

Die Früchte unseres Aufenthalts werden sicher bald geerntet , es verlief alles unter einen guten Stern.

#7 RE: Kurztrip nach Sevilla - Dezember 2016 - ein Reisebericht von scotti 13.12.2016 13:56

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Habe ich vergessen...+ 1,5 kg

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